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Geschichte der čechischen Litteratur - str. 261

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JAKUBEC, Jan; NOVÁK, Arne. Geschichte der čechischen Litteratur. Leipzig : C.F. Amelangs Verlag, 1907. (Die Litteraturen des Ostens ; Bd. 5, Abt. 1)

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richtige Vorliebe fUr das grofsstädtische Leben, fUr die arbeitenden Klassen, fUr die politischen Wirren; man deckt mit einer gewissen Naivität geschlechtliche Konflikte auf.

Es ist eine anti romantische und liberale Generation, und antiromantisch und liberal sind auch ihre Vorbilder: Byron neben V. Hugo, Heine und Lenau neben den politischen Lyrikern aus den vierziger Jahren, Beranger neben Petöfi, werden gelesen, gepriesen und nachgeahmt. Die jungen Dichter wollten aber keineswegs, wie es ihnen ihre konservativen Widersacher konsequent vorgeworfen haben, bei diesen fremden Mustern sklavisch verharren; sie verlangten von ihnen vielmehr nur fruchtbare Anregungen, wie sie ~ch zu einer neuen Auffassung der nationalen Kunst emporarbeiten könnten. Die besten von ihnen waren eifrig bestrebt, aus dem cechischen Volksgeiste mit echt kUnstlerischen Mitteln moderne Litteraturwerke zu schaffen, wie es auf anderen Gebieten ihren beiden grofsen Zeitgenossen, dem genialen Musiker ~etana und dem ungemein originellen Zeichner und feinen Male"TJ:~.anes meisterhaft gelungen war. In ihren vollendetsten Schöpfungen sind Jan Neruda und Karolina Svetlä diesem Ziele sehr nahe gekommen:-~-"-'

Was allerdings in den meisten poetischen Produkten der

neuen Schule befremden mufste, das war ihr unbeholfener, steifer, nüchterner Stil; während man sich von der überschwänglichen, verschwommenen Pathetik und dem zierlichen, sü(sen Idyllismus der älteren cechischen Poesie abgewendet hatte, muIste man in der trockenprosaischen Alltagsprache dafUr Ersatz suchen, und so betonten diese Schriftsteller, die stets unter dem nachhaltigen Einflufs der Journalistik und des Feuilletonstils zu leiden hatten, immer das Charakteristische in der Sprache auf Kosten des Schönen. Neben Mächa, dessen einzig dastehende Sprachkunst von keinem seiner Nachahmer und Schüler erreicht wurde, wirkte von den Vorgängern vielleicht nur K. J. Erben mit seinem bezeichnenden, knappen, zusammengedrängten, scharf geschliffenen Stile; die Führer der ganzen Bewegung, Neruda und Halek, blieben auch in späteren Jahr,en der Erbenschen Balladistik getreu.

Zuerst traten die einzelnen Anhänger der neuen Richtung in einer ziemlich farblosen und neutralen Zeitschrift »L u mir ~

.~51-=~4) auf, welc~er, lange die einzige belletristische Zeit-

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